| Das Jägerbataillon 291 – Von der Idee zur Aufstellung |
| Müllheim (aj). Nach einjähriger Planung wird ab Sommer 2010 das deutsche Jägerbataillon 291 im französischen Illkirch-Graffenstaden aufgestellt. Damit wird erstmals ein deutscher Kampfverband dauerhaft auf französischen Boden stationiert werden; dies ist ein wesentlicher Beitrag im Ausbau der Deutsch-Französischen Beziehungen, aber auch als Zeichen der gemeinsamen europäischen Sicherheits- und Außenpolitik. |
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| 45. Münchner Sicherheitskonferenz |
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Merkel und Sarkozy während der 45. Münchner Sicherheitskonferenz | Die deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hatten sich während der 45. Münchner Sicherheitskonferenz vom 6. bis 8. Februar 2009 auf eine zukünftige Stationierung deutscher Truppenteile der Deutsch-Französischen Brigade in Frankreich verständigt. Diese gemeinsame Entscheidung sieht vor, dass Deutschland einen Infanterie- und Aufklärungsverband mit circa 600 Soldaten in Illkirch-Graffenstaden bei Straßburg stationiert. Das Ziel der Aufstellung ist, neben der Geste tiefer deutsch-französischer Freundschaft, die Stärkung der operativen Fähigkeiten der Deutsch-Französischen Brigade.
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| Erste Planungen – erste Entscheidungen |
| Die Planungen für die Aufstellung des Infanterie- und Aufklärungsverbandes wurden direkt im Anschluss an die Bekanntgabe auf der Münchner Sicherheitskonferenz aufgenommen und erstreckten sich über einen Zeitraum von über einem Jahr. Entscheidende erste Fragen waren dabei unter anderem: Wie wird der Verband heißen? Mit welchem Material wird das Bataillon ausgestattet? Welche Soldaten werden zuerst nach Frankreich gehen, um dieses Prestigeobjekt deutsch-französischer Freundschaft aufzustellen? Welche Infrastruktur benötigt ein deutsches Bataillon in einer französischen Kaserne? Die Antworten auf diese Fragen orientierte sich am Motto der Deutsch-Französischen Brigade „Un devoir d’excellence – Dem Besten verpflichtet“: Um künftige Aufgaben bestens meistern zu können, wird das Bataillon mit modernstem Gerät ausgerüstet und über sehr gute Soldaten verfügen. |
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| Die Bezeichnung „Jägerbataillon 291“ |
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General Budde 1995 als Kommandeur Deutsch-Französische Brigade (Quelle: D/F)  | Eine der ersten Entscheidungen für diesen in Frankreich stationierten neuen deutschen Verband war die Namensgebung. Generalleutnant Hans-Otto Budde, ehemaliger Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade, entschied am 15. Mai 2009 in seiner Funktion als Inspekteur des Heeres, dass der Verband den Namen „Jägerbataillon 291“ erhält. Damit orientiert sich das Jägerbataillon 291 numerisch sowohl am Jägerbataillon 292 und als auch am Artilleriebataillon 295. Die beiden Verbände erhielten ihre zahlenmäßige Bezeichnung aufgrund der Zugehörigkeit zur Panzerbrigade 29. In Folge der Auflösung dieser Brigade im Jahr 1993 wurden die beiden Verbände umgegliedert und der Deutsch-Französischen Brigade unterstellt. |
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| Moderne Ausrüstung für zukünftige Aufgaben |
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GTK Boxer (Quelle: Bundeswehr) 
Spähwagen Fennek (Quelle: Bundeswehr) | Das Jägerbataillon 291 wird als einer der ersten Infanterieverbände mit dem neuen gepanzerten Transport-Kraftfahrzeug (GTK) Boxer ausgestattet. Zudem erhält es den modernen Spähwagen Fennek, der sich bereits bei vielen Missionen in Afghanistan bewährt hat. Neben diesen Fahrzeugen bekommt das Bataillon die modernste persönlichen Ausrüstung und Bewaffnung, was das Deutsche Heer zu bieten hat. Dazu gehören nicht nur das leichte Maschinengewehr MG4, das Gewehr großer Reichweite G82 und die Maschinenpistole MP7, sondern ebenso das Ausrüstungssystem „Infanterist der Zukunft“, das unter anderem aus leichten Schutzwesten, Wärmebildgeräten, leistungsstarken Funkgeräten und Schutzbrillen besteht.mehr... |
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| Ein Bataillon – zwei Truppengattungen |
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Abzeichen der Jäger (li.) und der Heeresaufklärer (re.) (Quelle: Bw) | Wie auf der 45. Sicherheitskonferenz in München bekannt gegeben wurde, wird das Jägerbataillon 291 als Jäger- und Aufklärungsverband aufgestellt werden. Dass diese beiden Truppengattungen (Jäger- und Heeresaufklärungstruppe) in einem Verband abgebildet sind, ist im Deutschen Heer einzigartig und die optimale Stärkung der operativen Fähigkeiten der Deutsch-Französischen Brigade. Das Zusammenwirken der Hauptaufgaben, die diese beiden Truppengattungen auszeichnen – sowohl „boots on ground“ als auch die Gewinnung von Aufklärungsergebnissen – sind entscheidend, um auch in Zukunft im gesamten Aufgabenspektrum der NATO und der EU bestehen zu können. |
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| Die Gliederung des Jägerbataillons 291 |
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| Das Jägerbataillon 291 wird wie folgt gegliedert sein: Bataillonsstab 1. Stabs- und Versorgungskompanie 2. Jägerkompanie 3. Jägerkompanie 4. Aufklärungskompanie |
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| Vorschau - Vom Vorkommando zum Jägerbataillon 291 |
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Leclerc-Kaserne (Quelle: DEU/FRA Brig)
| Im April 2010 werden die ersten 30 deutschen Soldaten als sogenanntes Vorkommando in Illkirch-Graffenstadenin der Leclerc-Kaserne stationiert sein und dort beginnen, alle Vorbereitungen zu treffen, die nötig sind, um weitere 300 deutsche Soldaten des Bataillons aufzunehmen. Bereits in der letzten Februarwoche wird sich dieses Vorkommando, das sich aus Soldaten aus ganz Deutschland zusammensetzt, in Müllheim für eine zweitägigen Informationsveranstaltung zusammenfinden: Dabei werden sie alles Wissenswerte über ihren neuen Verband, über ihre Rechte und Pflichten sowie über ihren neuen Standort erfahren. Ab Juli wird das Bataillon mit weiteren 300 deutschen Soldaten offiziell in Dienst gestellt. Ab September, wenn sich die Soldaten in ihre neue militärische Heimat eingelebt haben, wird schließlich das Großgerät des neuen Bataillons folgen. |